Die Vorstellung der Projekte der Kieler Akademie für Thanatologie und der Hochschule Furtwangen – Sonntag, 9. Mai 2021 um 16:00 Uhr

Prof. Dr. Enno Edzard Popkes und Pastor Ullrich Schiller erläutern zunächst, welche kurz- und mittelfristigen Ziele die Kieler Akademie für Thanatologie verfolgt. Dabei geht es einerseits um Projekte, welche eine kontinuierliche Erforschung von Nahtoderfahrung und verwandten Phänomen ermöglichen sollen. Andererseits wird erläutert, welche Bedeutung diese Projekte für Seelsorge und Trauerbegleitung haben können. Im Zuge dessen wird die Kooperation mit der Fakultät für Informatik an der Hochschule Furtwangen vorgestellt, wo sich Prof. Dr. Stefanie Betz und Dominic Lammert mit Projekten unter dem Titel DigiThan (Digitale Thanatologie) in die Themenfelder einbringen. Die Sozioinformatik ist ein noch recht junger Teilbereich der Informatik, der sozialwissenschaftliche Themen und Methoden in die Softwareentwicklung einbindet. Daneben geht es um das Projekt „Eckernförder Mystik“. Hier geht es darum, aufzuzeigen, in welcher Weise gelebte Spiritualität sich durch ein ‚Platonisches Christentum‘ verändern kann.

Informationen zu den vier Veranstaltern finden Sie unter Einrichtungen & Personen.

Nach der Vorstellung können die Teilnehmer*innen erläutern, welche weiteren Anliegen sie selber benennen möchten und in welchen Projekten dieselben umgesetzt werden könnten.

Anmeldung:

Im Rahmen von DigiThan werden regelmäßig kostenfreie Online-Veranstaltungen angeboten, die sich den skizzierten Themen widmen und unterschiedliche Formate haben (Vorträge, Interviews, Konferenzen, Fragestunden etc.). Informationen darüber, wie Sie an einer Veranstaltung teilnehmen können, erhalten Sie hier.

1 Kommentar on "Die Vorstellung der Projekte der Kieler Akademie für Thanatologie und der Hochschule Furtwangen – Sonntag, 9. Mai 2021 um 16:00 Uhr"


  1. Nahtodeserlebnisse gab und gibt es zahlreich in allen Kulturen. Das ist Fakt! Ganz abgesehen, davon, welche Erklärung man dafür findet – und das wird ja äußerst kontrovers diskutiert – führen sie, da sie zahlreiche Parallelen aufweisen, zu grundlegenden anthropologischen Aussagen über das Wesen des Menschen. Da scheint es eine Dimension zu geben, die, zutiefst dem Menschen eigen, das individuelle Leben in einen größeren Zusammenhang stellt. – Es ist vollkommen logisch, von diesen Erfahrungen ausgehend, auch danach zu fragen, ob und auf welche Weise sich solche – in der Geschichte der Menschheit immer wieder vorkommenden Erfahrungen – zu religiösen Überzeugungen geführt haben. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr groß. Nun gibt es aber auch Nahtodeserfahrungen, die weniger angenehm sind und es spricht nichts dagegen, Menschen, die diese als „real erleben“ weniger zu glauben, als jenen, die von positiven Erfahrungen berichten. Manche Autoren versuchen, diese zu relativieren und nur die positiven als „echt“ zu akzeptieren, was mir wissenschaftlich schwierig erscheint.

    Wenn man hier mit derselben Fragestellung herangeht, wenn man also nach der religiösen Relevanz (historisch und aktuell) fragt, dann besteht die Gefahr, zu einer „Gott sei Dank“ überwundenen bipolaren Himmel-Hölle-Religiosität zu kommen, die ganz grundsätzliche Fragen aufwirft: Wie kann eine solche „umfassende, endlose Liebe“ als tiefster Hintergrund menschlicher Existenz angenommen werden, wenn doch wieder Menschen davon ausgeschlossen sind. Ist diese Liebe dann wirklich „unendlich“ oder eben nur exklusiv unendlich für manche? Ist das dann noch eine Religiosität ableitbar, die unserem Bild vom Menschen, das von Tiefenpsychologie, Neurobiologie und Genetik geprägt ist, entsprechen kann?

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